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DIE GESCHICHTE DES COPA PADRE FINK

Wohltätigkeit – das klingt nach Weihnachten und Spendengala, nach abendlichem Klinkenputzen, nach zelebriertem Leid und Neid, nach Selbstdarstellungsdrang und unersättlicher Sucht nach Anerkennung. Eher also nach Jammern als nach Jugend, auf alle Fälle nicht nach Spaß und Spiel, Freude und Fußball. Mir, Sebastian Güniker (40) aus Neukeferloh, ging es ähnlich, bis ich während eines längeren Aufenthalts in der spanischen Metropole Madrid mehr oder weniger zufällig junge Menschen aus Lateinamerika kennen lernte. Deren offene und positive Art hat mich auf Anhieb begeistert. Und wie es bei Urlaubsbekanntschaften eben so ist, verbringt man viel Zeit miteinander – beim Flirten, bei Bier, bei Tapas und bei scheinbar blöden Fragen.


Damals wurde mir berichtet von der Schönheit der Landschaft, von der Offenheit der Menschen, aber auch von Armut, Hunger, Leid und Ungerechtigkeit. Diese Geschichten haben mich gefesselt wie Unfälle den Schaulustigen. Deshalb bin ich 2003 nach Ecuador gereist, ganz bewusst nicht auf dem Pfad des lächelnden Pauschaltouristen, sondern um den Alltag meiner Freunde aus Madrid kennen zu lernen. Bereits meine Ankunft war ein unvergessliches Erlebnis.


Als ich mit dem Padre nach langer Reise endlich in dem kleinen Kinderdorf „Santo Domingo de los Tachilas“ eintraf, hatte sich mein Kommen bei den Bewohnern längst herumgesprochen. Alle hatten sich versammelt und warteten gespannt auf den großen, blonden Gringo. Schon beim Aussteigen aus dem Wagen klammerten sich die Kinder an meine Hose, mein Hemd, an mich. Alle wollten sie mich von ganzem Herzen persönlich begrüßen. Das vergisst man nicht.

 


Foto: Sebastian Güniker bei seinem letzten Besuch im Heim 2009 


Zurück im komfortablen München, überlegt man sich welchen Beitrag zur Unterstützung des Heims und der Kinder man leisten könnte. Da kam mir schließlich die Idee eines Benefizfußballturniers, benannt nach Pablo Fink, dem Gründer des Heims. Der Copa Padre Fink war geboren! Heuer fand er bereits zum zehnten Mal statt. Darauf bin ich genauso stolz wie auf die rund 50.000 Euro gesammelten Spendengelder und vor allem auf die Begeisterung und Unterstützung durch Freunde und befreundete Firmen. Dafür von ganzem Herzen vielen Dank. So macht spenden Spaß!

PADRE PABLO FINK UND SEBASTIAN GÜNIKER

Der Namensgeber des Turniers Padre Pablo Fink und Turnierorganisator Sebastian Güniker bei der Pokalsegnung im Jahre 2006 in Neukeferloh. Im September 2008 setzte eine heimtückische Krankheit dem unermüdlichen Schaffen von Padre Fink ein Ende. Er starb schließlich am 23. September 2008 in seiner Heimatstadt Brixen in Südtirol. Auch nach dem Tod von Padre Fink wird das Turnier weiterleben und ganz im Sinne von "Kicken für einen guten Zweck" einmal im Jahr ausgetragen.